70178, Christophstr. 7.

Der ungarischstämmige Künstler György Kepes – geprägt vom Geist des Bauhauses und Lehrender am New Bauhaus in Chicago – wurde in den USA zu einer Schlüsselfigur der Medienkunst. Der international renommierte Lichtkünstler, Projection-Mapping-Pionier und Co-Präsident der International Kepes Society (deren Ehrenpräsident u. a. Otto Piene war) sowie Mitglied der John von Neumann Computer Society, László Zsolt Bordos, führt Kepes’ Ideen konsequent weiter.
Bordos stellt in seinem Vortrag die wissenschaftlichen Aspekte der Lichtkunst sowie Modelle der Wissensvermittlung dieses interdisziplinären Genres in den Vordergrund – auf Grundlage seiner Erfahrungen als weltweit etablierter Lichtkünstler und Hochschuldozent. In seinem Exposé über die „Archäologie des Lichts“ verbindet er die pädagogische Praxis der Lichtkunst mit Einblicken in sein eigenes künstlerisches Schaffen. Er berichtet von prägenden Erfahrungen, wie etwa der Möglichkeit, den weltweit ersten Projection-Mapping-Wettbewerb zu organisieren, erstmals auf den Eiffelturm zu projizieren, die Grundlagen des Light Art Museum zu legen und Projekte auf den bedeutendsten Lichtkunstfestivals der Welt zu realisieren – stets mit einem tiefen Eintauchen in die Ästhetik des Lichts. Im Zentrum seiner Vorführung steht die kreative Nutzung von Licht: von den „lichtkünstlerischen“ Experimenten des frühen Menschen in Höhlen über Lichtkonzepte der Renaissance, des Barock und der Ära der Elektrizität bis hin zu zeitgenössischer Lichtkunst, die den menschlichen Sinnen völlig neue Dimensionen eröffnet.
Zsolt László BORDOS
László Zsolt Bordos ist ein ungarischer Künstler, geboren 1977 in Brașov, Siebenbürgen – Rumänien. 1997 zog er nach Ungarn, wo er an der Ungarischen Akademie der Bildenden Künste in Budapest studierte sowie mit einem Stipendium am MediaLab der Universität für Kunst und Design in Helsinki. Seit dem Jahr 2000 arbeitet er mit Videoprojektoren. Mit seinem frühen 3D-VJing (2000–2004), seinen formbrechenden Projektionen (2005–2006) und seinen 3D-Mapping-Arbeiten seit 2007 gilt er als einer der Pioniere dieses Genres.
Er nahm an zahlreichen Ausstellungen und Kunstfestivals teil und präsentierte seine Werke in über 40 Ländern, darunter beim Mapping Festival Geneva, GLOW Eindhoven, Signal Festival Prague, Lux Helsinki, Filux Mexico, Ars Electronica Linz, am ZKM – Center for Art and Media sowie beim Adelaide Festival of Arts.
Bordos’Interessensschwerpunkte sind Object Mapping, architektonische Projektionen sowie Bühnenprojektionen für Theater und Oper. Dabei war er an Projekten mit dem MÜPA – Hungarian Palace of Arts, der Semperoper Dresden, der Opéra de Dijon, der Shanghai Opera House sowie dem Barbican Centre in London beteiligt.
Bordos initiierte mehrere wegweisende Projekte, darunter den weltweit ersten Video-Mapping-Wettbewerb (Budapest, 2010), die ALO – Art of Light Organization (2020), das Light Art Manifesto (2021) sowie den Light-Art-Studienkurs an der Moholy-Nagy University of Art and Design (seit 2021). Er war Mitgründer und Präsident von LIGHTHOUSE – dem Verband ungarischer Lichtkünstler (2021–2023), Initiator und Mitgründer des Light Art Museum Budapest (2022), Mitorganisator der zweijährlichen Light-Symposien in Ungarn (seit 2023), Mitglied der John von Neumann Computer Society (seit 2024) sowie Ko-Präsident der International Kepes Society (seit 2024).
Eintritt frei. Anmeldung erwünscht.
In Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsfestival Stuttgart.
Die Ausstellung findet im Rahmen der Programmreihe LIGHT YOUR INSTINCT! – Interthinking Art + Science + Creativity statt.