LIGHT YOUR INSTINCT! - Interthinking Art + Science + Creativity

Programmreihe des Liszt Institut Stuttgart anlässlich des 120. Geburtstags von György Kepes

Datum: 29 Juni - 4 September
Zeitpunkt: 15:00
Ort:  Liszt Institut Stuttgart
70178, Christophstr. 7.

Der ungarischstämmige Künstler György Kepes war eine der prägendsten Figuren der transatlantischen Moderne. Vom Geist des Bauhauses inspiriert und als Lehrender am New Bauhaus in Chicago tätig, verband er europäische Avantgarde mit einer auf kybernetischem Denken, visueller Kommunikation und interdisziplinären Systemen beruhenden amerikanischen Kultur. Mit der Gründung des Center for Advanced Visual Studies am MIT im Jahr 1967 schuf er ein bis dahin einzigartiges Modell: ein Laboratorium, in dem Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und Ingenieur:innen gemeinsam an einer neuen visuellen Kultur arbeiteten. Dieses interdisziplinäre Konzept wurde später wegweisend für Institutionen wie das ZKM – Center for Art and Media in Karlsruhe, oder die Kunsthochschule für Medien Köln.

  • Im Zentrum der Programmreihe „Light Your Instinct!“ – Interthinking Art + Science + Creativity steht die Aktualisierung dieses Vermächtnisses. Den lebendigen Gegenwartsbezug setzen Artist Talk und Ausstellung von László Zsolt Bordos.
  • In der Ausstellung Lichtobjekte und Projektionen von László Zsolt Bordos ab dem 29. Juni führt der international renommierte Lichtkünstler und Projection-Mapping-Pionier Bordos Kepes’Denken in die Gegenwart weiter – mit lichtkinetischen Objekten und immersiven Projektionen, die Architektur in lebendige Bildräume verwandeln und elektronische Medien als soziale, verbindende Kraft erfahrbar machen. 
  • Darüber hinaus stellt der Künstler László Zsolt Bordos in seinem Vortrag Was ist Projection Mapping? – György Kepes und sein Erbe in der zeitgenössischen Lichtkunst am 29. Juni die wissenschaftlichen Aspekte der Lichtkunst sowie Modelle der Wissensvermittlung dieses interdisziplinären Genres in den Vordergrund – auf Grundlage seiner Erfahrungen als Lichtkünstler und Hochschuldozent.
  • Der Dokumentarfilm GYÖRGY KEPES – Interthinking Art + Science von Márton Orosz am 30. Juni beleuchtet das Wirken von György Kepes im Kontext des Kalten Krieges – als Plädoyer für eine humanisierte Technologie. 
  • Als Satellitenausstellung zur Ausstellung Lichtobjekte und Projektionen von László Zsolt Bordos im Liszt Institut Stuttgart dürfen wir am 30. Juni eine immersive Präsentation des Künstlers im Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart erleben. Die 2022–2023 in Dubai mit außerordentlich großem Erfolg gezeigte Projektion „dreams“ im Theatre of Digital Art (TODA) wird erstmals auch in Deutschland – im Stuttgarter HLRS – zu sehen sein. 

So verbindet das Programm historische Tiefenschärfe mit zeitgenössischer Praxis – und stellt die entscheidende Frage neu: Wie kann Technologie nicht nur funktional, sondern kulturell und menschlich gestaltet werden?

Zu den Personen

Márton OROSZ

Márton Orosz ist Kunsthistoriker, Kurator, Grafikdesigner, Fotograf und international anerkannt als einer der führenden Forscher zu György Kepes, dem „Vater der Medienkunst“. Seinen PhD erwarb er 2014 mit einer Dissertation, die Kepes’ Werk und Vermächtnis gewidmet ist.

Im Verlauf seiner akademischen Laufbahn erhielt Orosz zahlreiche renommierte internationale Stipendien. Er war Terra Foundation Fellow am Smithsonian American Art Museum und Beinecke Senior Visiting Fellow an der National Gallery of Art in Washington, D.C.; György–Kepes–Fellow für Advanced Studies und transdisziplinäre Forschung am Massachusetts Institute of Technology; ESKAS Fellow an der University of Bern; Postdoktorand am Institute for Cultural Inquiry; Curator-in-Residence am Centre for Contemporary Art Singapore sowie Stipendiat des Getty Research Institute. Derzeit forscht er am ZKM – Center for Art and Media als Alexander-von-Humboldt-Stipendiat.

2011 gründete Orosz die Sammlung für Fotografie und Medienkunst am Museum of Fine Arts in Budapest und ist seit 2014 Direktor des Vasarely Museum. Er kuratierte zahlreiche internationale Ausstellungen und hielt weltweit Vorträge zu kinetischer Kunst, abstrakt-geometrischer Kunst und Animationsfilm.

2024 stellte er mit Unterstützung des Structurist Award – verliehen vom College of Arts and Science der University of Saskatchewan in Kanada – einen Dokumentarfilm über György Kepes fertig.

 

Zsolt László BORDOS

László Zsolt Bordos ist ein ungarischer Künstler, geboren 1977 in Brașov, Siebenbürgen – Rumänien. 1997 zog er nach Ungarn, wo er an der Ungarischen Akademie der Bildenden Künste in Budapest studierte sowie mit einem Stipendium am MediaLab der Universität für Kunst und Design in Helsinki. Seit dem Jahr 2000 arbeitet er mit Videoprojektoren. Mit seinem frühen 3D-VJing (2000–2004), seinen formbrechenden Projektionen (2005–2006) und seinen 3D-Mapping-Arbeiten seit 2007 gilt er als einer der Pioniere dieses Genres.

Er nahm an zahlreichen Ausstellungen und Kunstfestivals teil und präsentierte seine Werke in über 40 Ländern, darunter beim Mapping Festival Geneva, GLOW Eindhoven, Signal Festival Prague, Lux Helsinki, Filux Mexico, Ars Electronica Linz, am ZKM – Center for Art and Media sowie beim Adelaide Festival of Arts.

Bordos’Interessensschwerpunkte sind Object Mapping, architektonische Projektionen sowie Bühnenprojektionen für Theater und Oper. Dabei war er an Projekten mit dem MÜPA – Hungarian Palace of Arts, der Semperoper Dresden, der Opéra de Dijon, der Shanghai Opera House sowie dem Barbican Centre in London beteiligt.

Bordos initiierte mehrere wegweisende Projekte, darunter den weltweit ersten Video-Mapping-Wettbewerb (Budapest, 2010), die ALO – Art of Light Organization (2020), das Light Art Manifesto (2021) sowie den Light-Art-Studienkurs an der Moholy-Nagy University of Art and Design (seit 2021). Er war Mitgründer und Präsident von LIGHTHOUSE – dem Verband ungarischer Lichtkünstler (2021–2023), Initiator und Mitgründer des Light Art Museum Budapest (2022), Mitorganisator der zweijährlichen Light-Symposien in Ungarn (seit 2023), Mitglied der John von Neumann Computer Society (seit 2024) sowie Ko-Präsident der International Kepes Society (seit 2024).

Die Programmreihe erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS).