Programme im Dezember

null

3. Dezember - 17 Uhr | Collegium Hungaricum Wien
Die ungarisch-rumänische Grenze im Schengen-Raum 2025
ein Dokumentationsprojekt in Sathmar/Szatmár/Satu Mare Symposium

Die nach dem Ersten Weltkrieg festgelegte Grenze zwischen Ungarn und Rumänien zerschnitt seit Jahrhunderten zusammengewachsene Gebiete. Hier befinden sich auch Siedlungsgebiete zweier deutscher Minderheiten: der Banater und der Sathmarer Schwaben. Obwohl beide Länder bis 1989/90 zum Ostblock gehörten, war diese Grenze streng bewacht. Seit Ungarns Beitritt zur EU 2004 war dies eine EU-Außengrenze. 2007 trat auch Rumänien der EU bei, die Grenzkontrollen blieben bestehen. Der Beitritt Rumäniens zum Schengen-Raum 2024/25 verändert das ungarisch-rumänische Grenzland. Mit der Jugendorganisation „Gemeinsam“ in Sathmar/Szatmár/Satu Mare wurden ausgewählte Grenzsituationen untersucht sowie Zeitzeug:innen befragt; ihre Ergebnisse präsentieren die Jugendlichen in einer Collage aus Text, Ton, Bild und Film.

Programm

17:00 Einführung & Vortrag von Dawid Smolorz sowie Workshop-Präsentation: Zeitzeugeninterviews der Jugendorganisation „Gemeinsam“
18:30 Kaffee- und Teepause
19:00–20:00 Podiumsdiskussion: Schengen – europäische Perspektiven für die ungarisch-rumänische Grenze

Panel Guests
Sophia Beiter • Dawid Smolorz • Márton Méhes • Gabi Rist • Swantje Volkmann
Moderation: Ariane Afsari

Anmeldung: anemldung@chwien.at

Veranstalter/Partner: Kulturreferentin für den Donauraum am DZM Ulm, Jugendorganisation „Gemeinsam“ Sathmar, Museum Europäischer Kulturen Berlin, Deutsches Kulturforum östliches Europa, Rumänisches Kulturinstitut Wien, Collegium Hungaricum Wien

null

4. Dezember - 14 Uhr | Collegium Hungaricum Wien
Wissen und Wissenschaftlichkeit im Königreich Ungarn im Kontext des langen 18. Jahrhunderts
Konferenz

Wie wird aus Wissen Wissenschaft? Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt an der Eötvös-Loránd-Universität (ELTE) untersuchte, wie sich im Königreich Ungarn zwischen 1770 und 1830 wissenschaftliche Disziplinen herausbildeten – etwa in den Bereichen Medizin, Geschichte, Philosophie oder Ökonomie. Im Fokus standen dabei nicht nur die intellektuellen Netzwerke und medialen Kanäle, über die europäisches Wissen – etwa aus Göttingen, Wien oder England – nach Ungarn gelangte, sondern auch die lokalen Prozesse der Aneignung und Anpassung. Die Ergebnisse liefern aufschlussreiche Einblicke in die frühe Entwicklung des ungarischen Wissenschaftssystems und seine internationale Einbettung.

Die Präsentation dieser Forschungsergebnisse erfolgt anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Gründung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften.

Anmeldung: anmeldung@chwien.at

Veranstalter/Partner: Eötvös Loránd Universität Budapest, ELTE Circulation of Knowledge, NKFIH, Collegium Hungaricum Wien

null

12. Dezember 15-19 Uhr | Collegium Hungaricum Wien
26. Weihnachtsmarkt und Bastel­werkstatt mit Konzert

Bei unserem traditionellen Weihnachtsmarkt können Kinder und Erwachsene ihre eigenen Weihnachtsgeschenke gemeinsam basteln. Man kann Lebkuchen und Kerzen verzieren, Gläser bemalen, Perlen auffädeln, Weihnachtsschmuck mit Blaudrucktechnik und noch weitere Schätze basteln. Um 17:00 Uhr sor­gen wir mit einem Weihnachtskonzert für die festliche Stimmung.

Materialkosten: 3€ / Geschenk

Veranstalter/Partner: Kinderecke, Collegium Hungaricum Wien

null

15. Dezember ab 19 Uhr | Collegium Hungaricum Wien
Filmklub: How Could I Live Without You? | Hogyan tudnék élni nélküled?
Musikalische romantische Komödie, 105 Minuten, 2024
Originalsprache mit englischen Untertiteln

Was verbindet Vergangenheit und Gegenwart? Natürlich die Liebe. Und die Musik. Aber nur, wenn sie wirklich gut ist.

Lili stößt in der Wohnung ihrer Eltern auf ein altes Bündel Briefe, die ihre Mut­ter offensichtlich nie für ihre Augen bestimmt hatte. Doch Lili zögert nicht lan­ge und beginnt zu lesen. Plötzlich wird die Vergangenheit lebendig…

Anfang der 1990-er Jahre: ein unvergesslicher Sommer am Balaton. Drei enge Freundinnen verbringen ihre Ferien zusammen. Nur Eszter will ihrem strengen Freund daheim treu bleiben – zumindest ist das der Plan. Doch dieser gerät ins Wanken, als sie einem charmanten, entspannten Musiker begegnet, der jeden Abend mit seiner Band am Strand von Szigliget spielt.

Was wird daraus? Verwirrung? Liebe? Eifersucht? Ein paar Küsse? Ein paar Ohrfeigen? Noch mehr Küsse? Der Sommer am Balaton stellt nicht nur das Leben dieser jungen Menschen auf den Kopf – sondern auch das ihrer Kinder.

Anmeldung: anmeldung@chwien.at

Veranstalter/Partner: NFI, Collegium Hungaricum Wien

null

18.12 - 19.12 | Collegium Hungaricum Wien
KONF: Ende der Nationalliteraturen? Literaturgeschichte in Zentraleuropa: Konstellationen und Interferenzen

Heutzutage Nationalliteraturgeschichten zu schreiben, fällt aus einer kritisch konzipierten mitteleuropäischen Perspektive nicht leicht. Abgesehen von Kanon- und Wertungsfragen sind die Kriterien, wer zu der jeweiligen Nationalliteratur gehört, einigermaßen unklar. Viele Länder, die über lange Zeit des Habsburgischen Herrschaftskomplexes gehört haben, tragen entgegen homogener und kontinuierlicher Selbstbilder die historische Erbschaft von Heterogenität und sprachlicher Pluralität in sich. Weit bis ins 20. Jahrhundert hinein waren national und kontrafaktisch verfasste Literaturgeschichten wichtige strategische Instrumente für Nationsbildung und nationalen Selbsterhalt. Bis zu einem gewissen Grad geschieht das auch noch heute.

Aus postimperialer Perspektive wird indes deutlich, dass diese „kleinen Literaturen“ im Zentrum Österreichs (Deleuze/Guattari) auffällige Ähnlichkeiten miteinander und Bezugnahmen aufeinander aufweisen. Literaturen, als Medium kultureller Erfahrungen gefasst, sind dabei sinnfällige Manifestationen kultureller Heterogenität, die ungeachtet der zum Teil rigiden durchgeführten Homogenisierung vieler Länder dieser Region nachwirken.

Zielsetzung

Das Symposion, das an diverse Forschungsprojekte anknüpft (etwa an das Forschungsnetzwerk kakanien revisited, an Arbeiten des kulturwissenschaftlichen Instituts unter Moritz Csáky an der Österreichischen Akademie, aber an Überlegungen von John Neubauer und seinem Kreis), ist insofern experimentell konzipiert, als es folgende Frage in den Mittelpunkt rückt: Wie lässt sich eine trans- bzw. post-nationale Literaturgeschichte des historisch von der Habsburger Monarchie geprägten Raumes denken? Wie könnte sie konzipiert sein? Wie würde eine in Analogie zu den Sozialgeschichten der Literatur der 1980er Jahre eine kulturgeschichtlich orientierte polyglotte Literaturgeschichte aussehen? Inwieweit würden sie die vorhandenen nationalen Literaturgeschichten überlagern und modifizieren?

Begriffe wie Konstellationen, Verflechtungen, Interferenzen, Wechselwirkungen, aber auch Zentrum und Peripherie dienen dabei als methodische Leitfäden, um die Heterogenität aber auch die Homogenität symbolischer Räume oder „Semiosphären“ (Lotman) möglichst genau zu fassen zu bekommen. Dies kann im Rahmen einer Tagung nur ausschnitthaft und exemplarisch geschehen. Dabei entsteht ein Horizont, der Literaturen Ungarns, Tschechiens, der Slowakei, der südslawischen Länder, aber auch von Regionen in Italien, Polen, der Ukraine oder Rumänien in ein transnationales Licht und damit in ein System von Ähnlichkeiten rückt. Für die Vorträge wünschen wir uns Einzelfälle, die zugleich charakteristisch und typisch für die Semiosphäre(n) dieser europäischen Region sind.

18.12.2025
Collegium Hungaricum, 1020 Wien, Hollandstraße 4, Balaton-Saal

8.45-9.00 Begrüßung
Panel 2 - Modelle

9.00-9.30 Wynfrid Kriegleder (Universität Wien): Für eine andere Art von Nationalliteratur am Beispiel der österreichischen Literatur

9.30-10.00 Andrea Seidler (Universität Wien): Der Prozess der Kanonisierung in der ungarischen Literaturgeschichtsschreibung. Am Beispiel des neuen Handbuches der ungarischen Literaturgeschichte, 2025, Preasens Wien

10.00-10.30 Gábor Schein (ELTE Budapest): Literatur der Roma in Ungarn als ein Systemproblem der ungarischen Literaturgeschichtsschreibung

11.30-12.00 Jan Budnak (Universität Brünn): Literaturgeschichte der böhmischen Länder. Verdrängungs- und Lösungsversuche

12.00-12.30 Clemens Ruthner (Trinity College Dublin): Kleine Literatur(en)? Konzepte zur Prager Literatur nach Deleuze und Guattari

12.30-13.00 Veronika Jičínská (UJEP Ústí nad Labem): Jenseits nationaler Zugehörigkeiten: ‚Weibliches‘ Schreiben in den Böhmischen Ländern um 1900

Panel 2 – case studies

14.30-15.00 Marijan Bobinac (Universität Zagreb): Habsburgische Reminiszenzen im zentraleuropäischen Geschichtsdrama der Zwischenkriegszeit. Zu Franz Werfels Juarez und Maximilian (1924) und August Cesarec‘ Sin domovine (Der Sohn des Vaterlandes, 1940)

15.00-15.30 Barbara Neymeyr (Universität Klagenfurt): Daheim [...] war vielleicht noch Österreich“. Zur Inszenierung und Demontage des Heimat-Mythos in Joseph Roths Roman Radetzkymarsch

16.30-17.00 Wolfgang Müller-Funk (Universität Wien): Broch, Musil, Kundera, Nadas. Profil des zentraleuropäischen Romans aus transnationaler Perspektive.

17:00-17:30 Vahidin Preljević (Universität Sarajevo): Das kakanische Konzept der „bosnisch-herzegowinischen Literatur“ um 1900 und sein postimperiales Weiterleben

19.12.2025
Österreichisches Institut für Ungarische Studien (ÖIUS), 1010 Wien, Schwedenplatz 2, Konferenzsaal

9.00-9.30 Primus-Heinz Kucher (Universität Klagenfurt) : Die produktive Interferenz von deutschsprachig-jüdischer, jiddischer und hebräischsprachiger Literatur nach 1918 und ihr möglicher Beitrag zu einer transnationalen Literaturgeschichte des mitteleuropäischen (Kultur)Raumes

9.30-10.00 Brigitta Pesti (Universität Wien): Alte Mythen, moderne Identität. Die Nationalisierung kollektiver Identitätsbilder Mitteleuropas

10.00-10.30 Magdolna Orosz (ELTE Budapest): Sprache, Sprachkrise, Sprachskepsis. Reflexionen um die Jahrhundertwende in der Literatur der Österreichisch-Ungarischen Monarchie

11.00-11.30 Gábor Kiss Farkas (ELTE Budapest): Mitropa im Mittelalter: die Möglichkeiten einer transnationalen spätmittelalterlichen Literaturgeschichte im Ostmitteleuropa

11.30-12.00 Anita Fajt (Universität Szeged): Zipser Barockautoren: Kapitel einer deutschen, ungarischen oder slowakischen Literaturgeschichte?

13.00-13.30 Milka Car (Universität Zagreb) Danijel Žeželjs Graphic Novel Wie ein Hund. Die kleine Literatur und die Erweiterung der nationalliterarischen Konzepte

13.30-14.00 Endre Hárs (Universität Szeged): Nationalismus und Populärkultur. Über die de(kon)struktive Kraft der Fantastik

Contact Information
Prof. Dr. Endre Hárs
Lehrstuhl für Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft
Institut für Germanistik, Universität Szeged
Egyetem u. 2, H-6722 Szeged

https://szegedigermanisztika.hu/index.php/de/institut/lehrstuehle-und-mitarbeiter/lehrstuhl-fuer-deutsche-sprach-und-literaturwissenschaft
Contact Email
hars@lit.u-szeged.hu