Dorotheenstraße 12, 10117 Berlin
Abschlussabend der Veranstaltungsreihe
zu Ehren des Ausnahmeregisseurs mit Lars Rudolph und Fred Kelemen
Musik: Lars Rudolph, Wolfgang Seidel (Elektronik/Percussion), Hilary Jeffery (Posaune) und Eleni Poulou (Synthesizer)

Szenenfoto aus Tarrs "Satanstango"
Die Europäische Filmakademie würdigte Béla Tarr (1955–2026) als „eine Persönlichkeit mit starker politischer Stimme, der nicht nur von seinen Kollegen hochgeschätzt, sondern auch vom Publikum weltweit gefeiert wurde“. Der große Meister der Filmgeschichte war auch in Berlin ein häufiger Gast. Béla Tarr war nicht nur ein herausragender Regisseur, er leitete auch weltweit Workshops und Meisterklassen, zuerst 1990 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). 2012 gründete er die Filmschule Film Factory als unabhängiger Teil der Sarajevo Film Academy.
Lars Rudolph arbeitete als Schauspieler mit Béla Tarr intensiv zusammen, er verkörperte János Valuska in seinem Werckmeisterschen Harmonien (2000). Rudolph ist auch als Musiker aktiv. Gemeinsam mit seinem Quartett hat er eigens für diesen Abend eine szenisch-musikalische Performance entwickelt. Musikalische Motive aus Werckmeisterschen Harmonien verbinden sich dabei mit Textpassagen aus der literarischen Vorlage Melancholie des Widerstands des Literatur-Nobelpreisträgers László Krasznahorkai zu einer eindrucksvollen Klang- und Textcollage, einem Gesamtkunstwerk.
Den vielfach ausgezeichneten Regisseur und Kameramann Fred Kelemen verbindet mit Béla Tarr eine 36 Jahre währende Freundschaft und Zusammenarbeit – sowohl als Kameramann von Reise in der Tiefebene (1995), Der Mann aus London (2007), Das Turiner Pferd (2011), Muhamed (2017) und „Missing People" (2019), als auch als Dozent an der Film Factory, wo Kelemen regelmäßig Seminare bis zu ihrem Ende Mitte Dezember 2016 leitete. In Budapest unterstützte Béla Tarr die Vereinigung „Freeszfe“. Diese Kooperation war eine konsequente Fortsetzung seines Engagements für die Ausbildung junger Filmschaffender und die Unterstützung unabhängiger künstlerischer Freiheit. Fred Kelemen wird in seinem Beitrag diese weniger bekannte, aber für Béla Tarr bedeutsame Arbeit und dessen wesentliche Ansicht von künstlerischem Schaffen als Weg der Befreiung beleuchten. Béla Tarr drückte es aus mit den Worten: „No education, just liberation.“
Kooperationspartner: Joachim von Vietinghoff, Förderkreis der Deutschen Kinemathek e.V. Förderung: Medienboard Berlin-Brandenburg
Eintritt frei