Ein musikalischer Austausch zwischen Krems und der Europäischen Kulturhauptstadt Veszprém-Balaton 2023

2019 wurde der ungarischen Stadt Veszprém 2023 der prestigeträchtige UNESCO-Titel „City of Music“ verliehen, für 2023 der Titel „Europäische Kulturhauptstadt“. Anlässlich des ungarischen Vorsitzes in der Arbeitsgemeinschaft der Donauländer 2023-2024 präsentiert das Land Niederösterreich am 17. Oktober 2023 sein großes musikhistorisches Kulturerbe in der wunderschönen Hangvilla, in der Europäischen Kulturhauptstadt Veszprém-Balaton 2023. Das Konzert zu Ehren jener Komponisten, die in Niederösterreich geboren sind bzw. gelebt und gewirkt haben, ist ein Bestandteil einer länderübergreifenden Kooperation, die weitere Konzerte und Auftritte auch ungarischer Musiker:innen im darauffolgenden Jahr 2024 in Niederösterreich ermöglicht und somit die kulturhistorische Verbundenheit zwischen Österreich und Ungarn weiter fortsetzt.

Im Rahmen des „Niederösterreichischen Musikabends“ gelangen Werke von F. Schubert, J. Haydn, E. Krenek und Gottfried v. Einem zur Aufführung.

Die Europäische Kulturhauptstadt Veszprém-Balaton 2023 ist ab sofort im Haus der Regionen in Krems über ein „Veszprém-Balaton 2023-Info-Point“ präsent (offizielle Eröffnung am 4. Juli 2023).

Haus der Regionen der Volkskultur Niederösterreich

Direkt an der Donau gelegen steht das Haus der Regionen schon seit dem 18. Jhd. symbolträchtig für Verbindungen von Regionen und Menschen in Europa. Der älteste Baukern des Gebäudes reicht in das 15. Jahrhundert zurück. Aus mittelalterlichen Bürgerhäusern, die im Lauf der Jahrhunderte zu einem Gebäude zusammenwuchsen, entwickelte sich ein seit 1721 schriftlich belegter Gastbetrieb. Die um 1837 am Eingang der Wachau direkt vor dem Haus der Regionen errichtete Anlegestation der Donaudampfschifffahrtslinie machte das Haus zu einem beliebten Ausflugsziel im gesamten Donauraum.

2004 übernahm die Volkskultur Niederösterreich das geschichtsträchtige Gebäude und seither steht das Haus der Regionen unter dem Zeichen des europäischen Kulturaustausches. Mehr als 400 Musikgruppen und Ensembles, Literat:innen, traditionelle Volkstanzensembles, sowie verschiedenste internationale Chöre und Vokalensembles aus über 200 europäischen Kleinregionen waren hier zu Gast und begeistern und inspirieren seit beinahe 20 Jahren über 40 000 Besucher:innen. Auch namhafte österreichische Musiker:innen sowie bedeutende österreichische Musikensembles (Tanzgeiger, Tschuschenkapelle, Federspiel, Alma, Landstreich, Timna Brauer, Tini Kainrath, Franz Posch, Roland Neuwirth, Peter Havlicek, Citoller Tanzgeiger, etc…) standen hier schon auf der Bühne im Festsaal.

Als Kulturvermittler und Förderer bietet die Volkskultur Niederösterreich im Haus der Regionen seit Beginn österreichischen Nachwuchskünstler:innen eine professionelle Bühne in einem professionellen Kulturbetrieb und die Möglichkeit sich einem breiten Publikum zu präsentieren. Meisterkurse und Seminare mit namhaften Künstler:innen im Haus der Regionen vertiefen nicht nur das Verständnis trans- und außeralpiner sowie regionaler Traditionen, der gegenseitige musikalische Austausch fördert die musikalische Diversität und liefert damit einen wesentlichen Beitrag zur Lebendigkeit traditioneller Volksmusik über den Tellerrand hinweg. Dadurch etablierte sich das Haus der Regionen als zentrale Institution in der Gestaltung der niederösterreichischen Kulturlandschaft und als Förderin der regionalen Musikszene.

Der Kulturaustausch mit Ungarn ist von je her ein wichtiges Element, wurde doch die Eröffnung des Hauses im Jahr 2004 von dem ungarischen Tanzensemble „Ungaresca“ (Szombathely) begleitet, worauf ein Regionsschwerpunkt mit ungarischen Musikensembles, u.a. dem Ensemble Regös Együttes, dem Dudelsack Duo Katalin & Zoltan Juhasz sowie dem Chor Köszegfalva, und einer Lesung von Károly Méhes folgte. Zahlreiche weitere ungarische Musik- und Tanzensembles waren im Laufe der Jahre zu Gast. Als Teil der Kooperation des Landes Niederösterreichs und der Arbeitsgemeinschaft der Donauländer 2023-2024 präsentiert im kommenden Jahr 2024 die Volkskultur Niederösterreich im Haus der Regionen im Rahmen von ECOC Veszprém-Balaton 2023 wieder einen ungarischen Regionsschwerpunkt mit Musiker:innen aus der Region.

„Die langjährige Zusammenarbeit mit Kulturinstitutionen in Ungarn ist ein exzellentes Beispiel für die nachhaltige Wirkung grenzüberschreitender Kulturarbeit, die in Niederösterreich gefördert und gefordert wird. Ein Leitbeispiel dafür ist das Haus der Regionen der Volkskultur Niederösterreich in Krems-Stein und wir freuen uns auf die gemeinsamen Projekte“, so Martin Lammerhuber, Holdinggeschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich, und Manuela Göll, Geschäftsführerin der Volkskultur Niederösterreich.

Der Slogan der KHS Veszprém-Balaton 2023 – Kultur schafft Region – weist darauf hin, dass Veszprém mit der Seeregion Balaton als breites kulturelles Netzwerk zu verstehen ist, das aus den Aktivitäten vieler lokaler Gemeinschaften entsteht. Andererseits stellen sich Veszprém und der Balaton ihre Zukunft als (an)erkanntes und aktives Mitglied eines größeren, kulturell-touristischen Netzes in Mitteleuropa vor. Der Austausch mit den Kulturinstitutionen aus Niederösterreich trägt sehr bereichernd zu diesen Bestrebungen bei – sagte Balázs Kovács, Sonderbeauftragter der KHS Veszprém-Balaton 2023 in Österreich.

Veszprém ist die Stadt der Musik und der Festivals – das Spektrum reicht von Barock über Jazz bis hin zur elektronischen Musik. Die Zusammenarbeit mit dem Land Niederösterreich wird zur Nachhaltigkeit des Kulturhauptstadt-Programms beitragen und fördert außerdem den regionalen musikalisch-kulturellen Austausch. Und Apropos Region: Kulturhauptstädte – insbesondere auch Veszprém-Balaton – können auch dazu beitragen, dass noch mehr künstlerische Kooperationsprojekte im Donauraum entstehen – ganz im Sinn der EU-Donauraumstrategie – unterstrich Dr. Márton Méhes, Direktor des Collegium Hungaricum Wien.