Eröffnung: As long as it's pink

Datum: 7 Mai
Zeitpunkt: 17:00
Ort:  Collegium Hungaricum Berlin
Dorotheenstraße 12, 10117 Berlin
© Luca Markó: Immer nur du wirst müde (Ameisen) (2024)

© Luca Markó: Immer nur du wirst müde (Ameisen) (2024)

Die Farbe Rosa ist zweifelsohne die Farbe, der am meisten Gender-Stereotype anhaften. Verschiedene Epochen und kulturelle Kontexte schrieben ihr immer neue, oftmals einander widersprechende Bedeutungsebenen zu. Vor dem 19. Jahrhundert, als adlige Männer rosa Gewänder trugen, wurde die Farbe mit Maskulinität assoziiert. Später wurde sie zum Erkennungszeichen von kleinen Mädchen – ‘Rosa für Mädchen, Blau für Jungen’ – und von Frauen, dann zum gängigen Attribut der queeren Kultur. Mit der Zeit wurden die mit der Farbe Pink verbundenen Stereotype immer durchlässiger. Pink transportiert heute positive wie negative, hyper-feminine wie feministische Bedeutungen, wird unter anderem mit Unschuld und Sexualität, Unterdrückung und Befreiung, Jugend und Nostalgie sowie mit dem Erbe des Kapitalismus und des Sozialismus assoziiert.

Der Titel der Ausstellung ist der Designhistorikerin Penny Sparke entliehen. Sie untersucht in ihrem 1995 erschienenen Buch As Long As It’s Pink den weiblichen Geschmack im Spiegel der Objekt- und Konsumkultur und zeigt, wie sich Pink in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit der wachsenden Anzahl von Konsumentinnen zur Farbe einer Objektkultur entwickelt, die den maskulinen Dogmen der Moderne entgegensteht. Diese symbolische Bedeutungsverschiebung bildet einen ideologischen und visuellen Kontrast zum patriarchalen Weltbild.

Die von dem vierköpfigen Kollektiv edit kuratierte Ausstellung war zum ersten Mal im Sommer 2025 in Budapest im unabhängigen Ausstellungsraum editory zu sehen. Das Thema Pink im winzigen Ausstellungsort mit dem rosafarbenen Boden hat ungewohnte Besuchergruppen angesprochen. Während in Budapest die künstlerischen Positionen aus Ungarn und die globalen Tendenzen im Fokus standen, präsentiert die erweiterte Berliner Ausgabe Beiträge aus der ost-mitteleuropäischen Region: Werke aus der Slowakei, Tschechien, Slowenien, Rumänien, Österreich, Polen bzw. Arbeiten ungarischer Künstlerinnen und Künstler aus Ungarn und Berlin.

Diese auf den aktuellen Ausstellungsort zugeschnittene, sich aus thematischen Fragmenten zusammensetzende heterogene Auswahl bietet nicht nur eine Narrative. Sie betrachtet die Welt durch die rosarote Brille der Designkultur, womit bildende und angewandte Kunst sowie die visuelle Alltagskultur miteinander verwoben und ins Gewebe der Gesellschaft eingebettet werden.

Die Ausstellung zeigt durch zeitgenössische Kunstwerke, Designobjekte, Gebrauchsgegenstände und popkulturelle Referenzen, auf welche Art die unterschiedlichen Bedeutungsebenen der Farbe Pink in Dialog treten können. Durch das Zur-Schau-Stellen von Bedeutungsverschiebungen stellt die Präsentation aktuelle Fragen über die Farbe Pink im Hinblick auf Körper, Identität und gesellschaftliche Strukturen.

Kuratorinnen: edit (Lilla Gollob, Kitti Mayer, Réka Vikárius, Noémi Viski)

Mit Werken von:

Dorottya BATÓ (HU), Grzegorz BIBRO (PL), BRAJAK VITBERG (SI), Damian CEHLÁRIK (SK), Lorena COCIONI (RO), Ida-Marie CORELL (DE/AT), Kata OLÁH & Sándor CSUKÁS (HU), Dóra GALYAS DENERAK (HU), Szilárd GÁSPÁR (RO), Hanna GOLLOB (HU), Gizella GÖRGÉNYI (HU), Jácint HALÁSZ (HU), Patrícia HARSÁNY (HU), Nóra KASZANYI (HU), Csaba KLEMENT (HU), Stella KOLESZÁR (HU), Sándor KÖREI (HU), Johanna KÜGERL (HU), Thea LAZĂR (RO), Réka LŐRINCZ (HU), Réka LŐRINCZ (HU), Zita MAJOROS (HU), Luca MARKÓ (HU), Wanda MARTIN (HU), Răzvan NĂSTASE (RO), OLEK (PL), FANNY PÁPAY (HU), Zsófia PAPP (HU), Pavlína POLÁKOVÁ (CZ), Linda PROCHÁZKA (CZ), Marcell PUSKÁS (HU), Fanni PUSZTAI (HU), Rebeka RÁCZ (HU), Hanna RÉDLING (HU), ROKKA kollektíva: Rozina PUSZTAI & Anna FORGÁCH (HU), Lucie ROSICKÁ (CZ), Ioana STANCA (RO), Štěpán ŠUSTER (CZ), Éva SZOMBAT (HU), Patrick TAYLER (HU), Nataša VELIKONJA & Irena WOELLE (SI), Judit ZENGŐVÁRI (HU)

Mit der freundlichen Unterstützung von:
 
AOA;87 contemporary, ASUS, Budapest Poster Gallery – Ádám VÁRKONYI (HU), Collegium Hungaricum Berlin & Benedek HRUTKA, Petra CSIZIK (HU), Deák Erika Galéria (HU), Egy Csepp Figyelem Alapítvány (HU), Fakulta architektury ČVUT v Praze (CZ), KLIMCHI (CZ), Křehký (CZ), Leander 1907 (CZ), LIB Women’s Store (HU), Living Documentary (SK), Longtermhandstand (HU), Magyar Nemzeti Galéria – Adrienn PRÁGAI (HU), Molnár Ani Galéria (HU), Pigmenta Art Print Lab (HU), PINKPONILO – Anna KUDRON (HU), Printa Budapest (HU), ŠKUC VIZIBILIJA (SI), Bence SZALAY (HU), Szarvasi Háztartásigép Kft. – Krisztina TAKÁCS-STRASSZER (HU), Barnabás WINKLER (HU)